Briefmarken

HEILBRONNER PHILATELISTEN-VEREIN E. V.

Herzliche Einladung zu unserem Tauschtag am Sonntag, den 3. Dezember

14.03.2005

Berichte und Pressestimmen











Aus der Heilbronner Stimme
14. März 2005

Mit der Lupe geht's an jedes Zähnchen
Von Sarah Sophie Ehrmann



Was ist eigentlich ein Philatelist? Ist doch klar: ein Briefmarkensammler. In der Heilbronner Harmonie wusste das gestern jeder, schließlich fand dort die 75. Briefmarkenbörse statt.
Sie sind oft nicht größer als zwei Zentimeter und für viele dennoch Faszination pur: Briefmarken. Laien und Experten kennen wohl die "blaue Mauritius", die berühmteste Marke der Welt. "Sie ist aber nicht die seltenste, es gibt von ihr noch zwölf Exemplare", betont Dieter Geyersberger, Vorsitzender des Heilbronner Philatelisten-Vereins.
Die seltensten Marken stammen aus Hawaii und Guiana und sind nur in Expertenkreisen bekannt. "Sie sind eigentlich ziemlich hässlich, aber es gibt sie nur einmal auf der Welt", erzählt Dieter Geyersberger. Hässlich seien sie, weil sie kein richtiges Motiv haben, sondern nur den Aufdruck "Hawaii Postage 2 Cent". Aber die unscheinbare kleine, ungebrauchte Marke erreicht einen Spitzenpreis von 700 000 Euro.
Für die zwölfjährige Sarah Lang geht es hauptsächlich darum, dass die Marken schön bunt sind: "Ich sammle seit einem Jahr und habe schon ein kleines Album davon", sagt sie stolz. Georg Kalich hat in 40 Jahren fast 50 Alben angesammelt. Auf der Börse sucht er nach Raumfahrtmotiven, Marken der französischen Antarktis und der Bundesrepublik Deutschland. Er ist ein echter Sammelfan: "Ich habe schon immer etwas gesammelt, auch Anstecker, Porzellan und Modeschmuck."
Auf der Briefmarkenbörse wird jeder mit irgendetwas fündig. Ansichtskarten seit 1851, Feldpost, Einzelmarken und Markenblöcke sind fein säuberlich in Alben und Hefte einsortiert oder als Schnäppchen in Wühlkisten zu finden. Da wird mit der Lupe untersucht, ob auch wirklich alle Zähne vorhanden sind, kein Knick oder Riss in der Marke ist und Datum und Ort auf dem (hoffentlich) zentral platzierten Poststempel gut lesbar sind.
Briefmarkensammeln ist eine Wissenschaft für sich: "Man lernt nie aus", sagt Dieter Geyersberger. Der Händler und passionierte Sammler Steffen Werner aus Pfullingen fügt hinzu: "Es gibt nichts, was es nicht gibt." Seit er im Ruhestand ist, hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. "Man muss mit Liebe dabei sein und im Gespür haben, was Stammkunden suchen."
Was macht jetzt aber ein Laie, wenn er in einem Nachlass einen Stoß alter Briefumschläge und Ansichtskarten findet? Er wirft sie hoffentlich nicht einfach in den Müll. "Reine Markensammler gibt es immer weniger, die meisten sammeln jetzt Ansichtskarten, auf denen die Marken noch aufgeklebt sind", sagt Dieter Geyersberger. Steffen Werner kennt einige traurige Fälle von ,Entrümpelung': Auf dem Laufband einer Müllverbrennungsanlage fuhr ein ganzes Album voller seltener Bayern-Marken in den Ofen. Ein Müllarbeiter und Briefmarkensammler musste hilflos zusehen. "Wenn ich so etwas höre, blutet mir schon das Herz", sagt Werner.
Digitaler Briefverkehr wie Emails, Handy-Kurzmitteilungen oder Faxe bedrücken das Sammlerherz dagegen nicht. "Passionierte Sammler sind wild auf alte Briefmarken, bei neuen ist das Sammeln zu einfach", sagt Geyersberger.


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